Stimmen aus der Branche: Ausblick auf das 2. Corona Jahr

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mrp hotels hat einige Branchenstimmen eingefangen und in unserem aktuellen „Paper Special“ für Sie zusammengefasst:

Jan-Hendrik-Jessen

Head of Fund Management
Operated Properties
Patrizia AG

Ohne Zweifel wird es in 2021 und 2022 herausfordernd bleiben. Je weniger abhängig von internationaler Kundschaft, desto besser werden sich Destinationen entwickeln.

Aber durch beginnende Impfungen und Schnelltests können hoffentlich zusätzliche Spielräume für das Reisen (zurück-) gewonnen werden. Vielleicht werden sogar – dann geimpfte – Senioren schneller wieder reisen als andere.

Der Impfpass könnte zum zweiten Reisepass bzw. zur Eintrittskarte bei Veranstaltungen werden. Messen werden dauerhaft hybrid stattfinden werden – auch über 2021 hinaus.

Ich sehe den Winter- / Ski-Tourismus als Verlierer und den Sommer- / Strand-Tourismus als möglichen Gewinner des Jahres 2021. Darüber hinaus werden die Gewinner und Verlierer denen des Jahres 2020 ähneln.

Transparenz, Reporting und offene Kommunikation seitens der Betreiber ist auch in der Investorenbeziehung von Relevanz.


Jos Klerx

Sectorspecialist
Rabobank

Wir sehen einen großen Unterschied in der Erholung zwischen Regionen und Hotel-Typen für 2021.

Wir erwarten, dass sich Hotels, die sich auf den Freizeitmarkt konzentrieren, schneller erholen werden. Zum Beispiel werden die Hotels an der Küste im Jahr 2021 fast wieder auf dem Niveau von 2019 sein. Vor allem wegen der langsameren Erholung des Geschäftsmarktes, des Flugverkehrs und der Vorlaufzeit von z.B. dem MICE-Markt werden sich die Hotels in der Metropolregion rund um Schiphol langsamer erholen. Wir erwarten, dass sich die Hotels in der Metropolregion ab Mitte Q2 erholen werden. Die Hotels im Raum Schiphol werden bei der Erholung hinterherhinken, unter anderem wegen der begrenzten Flugbewegungen.

Wir erwarten eine schnelle Erholung des Urlaubsreisemarktes. Vielleicht werden wir eine Art „Aufholjagd“ erleben, denn 2020 war fast nichts möglich. Vor allem Urlaubsreisen innerhalb der Kontinente werden sich stark erholen.

Der Geschäftsmarkt wird sich langsamer erholen, obwohl es auch bei Geschäftsreisenden ein großes Bedürfnis gibt, wieder zu reisen. Unsere Erwartung ist, dass Unternehmen strukturell weniger reisen. Es kann aber durchaus sein, dass die Aufenthaltsdauer länger ist. Dies hat Auswirkungen auf die Art des Angebots. Ein möglicher Vorteil für Hotels ist, dass die Menschen einen großen Drang haben, sich zu treffen. Hotels können diese Begegnungen erleichtern, auch in Zusammenhang mit der Einbeziehung der Umgebung der Hotels, wodurch interessante Treffpunkte entstehen können.

Gewinnen werden Konzepte, die sich auszeichnen durch: Konzept, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Erst wenn die Pandemie unter Kontrolle ist, können Messen und Kongresse wieder im großen Stil stattfinden. In der ersten Hälfte des Jahres 2021 wird dies noch eingeschränkt sein. Mit Schnelltests könnte es eine Möglichkeit geben. Vor allem wegen der Vorlaufzeit ist damit zu rechnen, dass wir ab dem 3. Quartal 2021 eine Erholung der Messen und Kongresse einkalkulieren müssen.


Kai Bender

Geschäftsführer
Acron GmbH

In der Ferienhotellerie werden in 2021 und 2022 weiterhin Hotels an den Standorten profitieren, deren Hauptgästegruppe Inländer sind. Das dürfte für nahezu alle Länder gelten, jedenfalls die westeuropäischen Länder und die USA. Hotels, die mehrheitlich auf ausländische Gäste angewiesen sind, ggf. sogar Gäste aus Übersee oder Asien werden es auch 2021 und 2022 schwer haben. Der Trend, im eigenen Land bleiben zu wollen, wird zunächst noch anhalten und in den nächsten zwei Jahren weiter wachsen, was ggf. zu neuen interessanten Modellen bzw. Akzentuierungen in der Ferienhotellerie führen wird.

Es wird unterschiedliche Zyklen geben. Die deutsche Ferienhotellerie wird kurzfristig profitieren, weil sie vermehrt Nachfrage aus dem Inland erfährt. Die spanische Ferienhotellerie z.B. wird kurzfristig eher verlieren, weil sie auf Gäste aus dem entfernteren Ausland angewiesen ist. Mittelfristig werden wahrscheinlich andere Länder insbesondere preislich den heimischen Inlandstourismus nach Marktbereinigungen stärker konkurrenzieren.

Die zukünftige Performance von Standorten / Hotels ist in Abhängigkeit von den Hauptgästegruppen zu beantworten. Für einzelne Locations kann die Krise sogar eine echte Chance werden, indem man sich vom Massentourismus abgewendet und einer zahlungskräftigeren und nachhaltigeren Gästegruppe zuwendet. Ein Beispiel wäre hier z.B. Venedig.

In der Businesshotellerie wird ein harter (Preis-)Wettbewerb entstehen. Für viele Hotels wird sich die Frage stellen, ob der weitere Betrieb dann noch Sinn macht. Insbesondere Treiber wie große Messen dürften in näherer Zukunft ausbleiben und in vielen deutschen Städten gab es bereits vor Corona eine schon schwindelerregende Zahl an Hotel-Neuplanungen. Der Bedarf wird im Vergleich zu 2019 zurückgehen, teilweise wird der Rückgang insbesondere durch neu erlernte digitale Meeting-Möglichkeiten auch dauerhaft sein.

Sowohl in der Ferienhotellerie wie auch der Businesshotellerie sind die entscheidenden Fragen der nahen Zukunft, welche Restriktionen die Politik verhängen wird und ob und wie die Banken Hotels finanzieren werden.

Wir glauben, dass Messen mittelfristig wieder stattfinden werden, wenn dann die Pandemie auch psychologisch überwunden wurde. Messen unter Schutzvorkehrungen wie Masken, Beschränkungen bei Teilnehmerzahlen etc. können wir uns hingegen weniger vorstellen. Letztendlich muss bei einer Messe auch das Preis/Leistungsverhältnis und der Outcome sowohl für Anbieter wie auch für Teilnehmer stimmen – sonst besucht man die Messe erst gar nicht.

Sehr wichtig wird in naher Zukunft die Finanzierbarkeit. Reichen die Banken keine Kredite aus, wird es für die Hotellerie im Niedrigzinsumfeld sehr schwierig, denn die Margen in der Hotellerie werden i.d.R. nicht reichen, um alternative (und teurere) Finanzierungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen.


Mustafa Özdemir

Managing Partner LOISIUM Wine & Spa Hotels

Es ist davon auszugehen, dass die Wintersaison nicht stattfinden wird und die Hotellerie erst im 2Q langsam die Pforten aufmacht. Sofern die Impfungen gut voranschreiten, wird es zum Sommer eine Erholung für den innereuropäischen Reisemarkt geben. Corporate und MICE Business wird erst ab September/Oktober in Schwung kommen.

Die Flugreisen und Insbesondere die long distance Flüge werden sich länger nicht erholen, daher wird 2021 und 2022 das Reisegeschehen eher innereuropäisch sein, evtl. noch die Mittelmeerregion und Russland. Alles was mit Auto & Zug erreichbar ist, wird bevorzugt werden und Flüge werden nur zu Destinationen angeboten, die nicht länger als in 2 bis 3 Stunden zu erreichen sind.

Die Sehnsucht, frei zu reisen ist groß, daher wird es nach der Pandemie eine hohe Reisetätigkeit geben, allerdings ohne nennenswerte Fernreisen. Die Resort Hotellerie in Naherholungsorten werden die starken Krisengewinner sein; die Business Destinationen werden noch länger brauchen, um auf das gleiche Niveau von vor Corona zu erreichen.

Miteinher hat sich der Bedarf nach höheren Hygienestandards und ein anderes bzw. stärkeres Bewusstsein für die Umwelt entwickelt- Tagesrandflüge gehen zurück, da wir gelernt haben, mit Videokonferenzen bzw. Hybrid Meetings zu arbeiten.

Länder mit stärkerem Gesundheitssystem und die eine gute Erreichbarkeit von größeren Märkten haben, die innerhalb von 4 bis 5 Stunden mit Auto & Zug bzw. 2 bis 3 Stunden per Flug erreicht werden können, oder auch einen starken Binnenmarkt haben, sind auf der Seite der Gewinner. Länder wie zum Beispiel Italien, die viele Überseegäste gehabt haben, werden die Verlierer sein, dies gilt auch allgemein für Städte in ganz Europa.

Ich gehe davon aus, dass es zukünftig eine große Rolle spielen wird, wie krisensicher und wie stark der Domestic Anteil einer Destination ist. Welche Hotelimmobilien sind weniger anfällig für Pandemien?


Arne Mundt

Geschäftsführer
Halbersbacher Hospitality Group

Auch in 2021 werden wir weiterhin Zurückhaltung erleben – bis weit ins Q2 2021. Danach wird es weiter bergauf gehen, allerdings deutlich langsamer, als wir uns das alle wünschen. 2022? Vielleicht haben wir ja Glück und es läuft gut – dann wird es vielleicht wie 2017 oder 2018?!

A- und Top B-Standorte brauchen zur Erholung am längsten; Lower B-sowie C-Standorte profitieren. Mit einem guten Produkt und einem klarem USP können sich Feriendestinationen und Hotels entwickeln, die heute niemand auf dem Schirm hat. 

Mallorca wird den Massentourismus verlieren, sind sie aber deswegen Verlierer? Eher nicht. Neue Destinationen werden den Massentourismus aufnehmen. Weitere Gewinner werden Hotels und Destinationen mit dem neuen Luxusgut sein: Platz und Raum.

Vermutlich wird in Zukunft aus Investorensicht bei Bewertungen genauer geprüft, inwieweit möglicherweise eine singuläre Abhängigkeit des Marktes besteht. Betreiber werden vermutlich nach einem Notfallplan gefragt, um zu erkennen, wie wer mit kommenden Krisen umgeht. Ebenso werden Investoren einen Blick zurück werfen; wer ist wie durch die Krise gekommen?

Die Finanzkraft am Markt wird in der nächsten Zeit dominieren – der Markt orientiert sich neu. Die Starken werden stärker, Schwächere werden früher oder später das Feld räumen müssen.


Matthias Schultze

Managing Director 
German Convention Bureau

Unabhängig von der Geschwindigkeit wird sich der Veranstaltungsmarkt qualitativ und quantitativ wandeln. Das EITW hat unterschiedliche Szenarien entwickelt, deren Eintreten u.a. von Variablen wie Impfstoffen und Medikamenten oder der Verfügbarkeit von Corona-Schnelltests abhängt.

Szenario 1 Ausgehend vom „Lockdown Light“ wird sich der Markt ab dem kommenden Frühjahr schrittweise erholen, im Sommer etwas stärker, jedoch ohne das Vor-Corona-Niveau zu erreichen. Hinsichtlich des Volumens rechnet das Szenario für 2021 mit 40% der ursprünglich geplanten Veranstaltungen, mit 30% der Teilnehmerinnen. Szenario 2

Szenario 2 prognostiziert eine langsamere, regulierte Erholung ab Frühjahr 2021 mit einem stärkeren Wachstum erst ab Herbst. Hier würde im ganzen kommenden Jahr nur knapp ein Fünftel der geplanten Veranstaltungen mit auch nur 15% der erwarteten Teilnehmerinnen umgesetzt. Diese Werte fokussieren rein auf Präsenzteilnehmer*innen und rechnen noch nicht die zunehmende Relevanz virtueller bzw. hybrider Formate ein. Deren jüngste Entwicklung wird im Rahmen des nächsten Meeting- & Eventbarometers im kommenden Frühjahr erhoben.

Herausforderungen
Die digitale Transformation und der Megatrend Nachhaltigkeit wurden durch die Corona-Pandemie noch verstärkt. Insbesondere hybride und räumlich verteilte Veranstaltungen werden weiter wachsen. Neben der nötigen technischen Infrastruktur, etwa zur virtuellen Erweiterung von Face-to-Face-Events, kommt es künftig noch stärker auf die optimale Gestaltung der Teilnehmererlebnisse an.

So gab die Hälfte der für die EITW-Studie befragten Veranstaltungszentren, Tagungshotels und Eventlocations an, aufgrund von Corona in Technik für hybride oder digitale Formate investiert zu haben. Die andere Hälfte war damit bereits zuvor ausgestattet.“


Andreas Reiter

Zukunftsforscher ZTB Zukunftsbüro

„Die Pandemie hat den Tourismus gebeutelt wie nur wenige andere Branchen. Einige der Auswirkungen verändern die Tourismuslandschaft nachhaltig, anderes wiederum wird post Covid gestärkt neu auferstehen. Das Ausrollen der Impfstoffe wird jedenfalls in ganz Europa zu einer Beruhigung und damit Planungssicherheit ab dem Sommer 2021 führen. 

Am stärksten wird sich der Geschäftstourismus verändern – wir gehen von einem Abschmelzen des reinen Travel Business von 25-30% aus, die Firmen werden dank Video-Calls ihre Travel Budgets reduzieren, die Mitarbeiter sparen sich anstrengende und ökologisch unsinnige Tagesflüge für nur eine kurze Besprechung. Der Tagungs- und Kongress-Tourismus (inkl. Messen) wird meiner Einschätzung nach mit kreativen Formaten im 3. Quartal 2021 wieder kraftvoll zurück auf der Bühne sein – Menschen brauchen soziale Begegnungen mehr denn je, der kognitive und emotionale Gewinn physischer Events und Tagungen ist durch nichts zu ersetzen.

Bei den Messen sehe ich einige substantielle Veränderungen (diese waren ja auch vor Covid-19 da und dort zu beobachten, etwa bei den Automobilmessen): hier wird etliches rein virtualisiert, manches in hybride Formate gebracht, bei Letzteren wird die bald ausgereifte Hologramm-Technologie in wenigen Jahren einen gewaltigen Schub bringen.
Der Ferien-Tourismus wird sich rasch über den Sommer erholen, wenngleich der Heimvorteil nächstes Jahr wieder wegfällt – Urlaube in Sun-&Beach-Destinationen ziehen wieder an, wenn auch vorerst nur in Europa. Fernreisen werden wohl erst im Jahr 2022 wieder signifikant anrollen, wobei sich bis dahin auch der Airline-Markt dramatisch erneuern wird: die Streckennetze werden deutlich ausgedünnt, die Konzentration (Übernahmen etc.) unter den Airlines, vor allem im Low Cost-Segment nimmt zu, Fliegen wird teurer.

Am längsten braucht der internationale Städte-Tourismus für die Erholung. Hier gehe ich erst für 2022/23 von einem Revival aus, dann aber kräftig und nachhaltig. Städte-Tourismus ist und bleibt langfristig der große Treiber des Tourismus. Die asiatischen Quellmärkte werden die nächsten zwei Jahrzehnte dominieren.

Und sonst, was kommt, was bleibt, was geht? Nachhaltigkeit bleibt weiterhin ein Treiber der Veränderungen, die SDG’s verankern sich in den Geschäftsphilosophien, insbesondere die jungen Post-Millennials fordern eine klare Haltung und nachhaltige Ausrichtung ein. Der Massentourismus wird kleinteiliger, da deutlich intelligenter gesteuert (über künstliche Intelligenz usf.), die Individualisierung wird über Algorithmen skaliert. Damit rückt der Nano-Tourismus immer stärker in den Fokus, individualisierte Mikrowelten, die den Touristen immersive, tiefgehende Erfahrungen abseits der Masse bieten.“


Norbert Kettner

Direktor
Wien Tourismus

„Weltweit wurden Metropolen durch die Pandemie und den Lockdown hart getroffen, mit schwerwiegenden Folgen für Wirtschaft und Tourismus. Internationale Studien zeigen jedoch, dass die gesamtwirtschaftliche Erholung in Wien – aufgrund jahrzehntelanger stabiler Entwicklungen – rascher vor sich gehen wird als in anderen Weltstädten.

Auch für den Tourismus stehen die Karten nach der Krise gut: Wiens Bekenntnis zu einer qualitätsvollen Visitor Economy, seine überreiche Architektur und Kulturlandschaft und seine Rolle als Standort internationaler Organisationen und Unternehmen bilden ein solides Fundament für Freizeittourismus, Geschäftsreisen und Tagungsindustrie.

Damit kann an vergangene Erfolge angeknüpft werden, sobald die Krise überwunden ist. Investoren verlieren deshalb auch während Covid-19 ihr Vertrauen in Wien nicht. Zu Recht – denn Wien hat Substanz von bleibender Bedeutung!

Kurzfristig können ein europäisches Reiseregime und die bevorstehende Impfung Erleichterung bringen – das Niveau vor Corona wird der globale Städtetourismus allerdings nicht vor 2024 erreichen.“


Monika Rosen

Chef Analystin
Unicredit Austria Premium Banking

Das Coronajahr 2020 verabschiedet sich zumindest an der Börse mit einem Kursfeuerwerk. Nachdem ein Impfstoff im November in greifbare Nähe gerückt war, erlebten die Aktienkurse nochmals einen deutlichen Schub nach oben. Dabei vollzog sich aber auch ein Favoritenwechsel. Die Tech-Aktien, die in der Pandemie so stark punkten konnten (z. B. Amazon, Zoom oder Netflix etc), verloren zumindest kurzfristig ihre Favoritenrolle.

Demgegenüber erlebten die Zykliker, wie Hotels, Fluglinien, aber auch Öl- und Finanzwerte, ein deutliches Revival. Für 2021 ergibt sich nun folgendes Bild: derzeit setzt die Börse Wiederhochfahren der Konjunktur, speziell die Tourismus Aktien verhalten sich so, als würden wir relativ bald zu unserem alten Leben zurückkehren. Das hängt aber stark von der Verfügbarkeit einer Impfung ab, insofern ist der Sektor sehr von dieser Thematik abhängig. Außerdem haben viele Unternehmen jetzt einen deutlich höheren Schuldenstand als vor Ausbruch der Krise. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass in ihnen mehr Erholungspotenzial steckt als z. B. in den Tech-Aktien.

Was die Fundamentaldaten betrifft, so erwarten wir für die Eurozone 2021 ein Wirtschaftswachstum von rund 3%. Damit sollten die Gewinne im Euro Stoxx 50 nächstes Jahr um rund 20% steigen (nach einem Rückgang von 35 % in 2020). Die Geldpolitik der Notenbanken bleibt noch auf lange Sicht expansiv, die tiefen Zinsen begünstigen ebenfalls das Umfeld für Aktien. Durch die höhere zyklische Tangente sollten europäische Indizes nächstes Jahr gegenüber den US Aktien im Vorteil sein. Ganz grundsätzlich bleibt aber das beherrschende Thema an der Börse der Zweikampf zwischen Tech-Werten (also de facto Leben in der Pandemie) und Zyklikern wie Tourismus Aktien, die die Hoffnung auf das Leben danach wiederspiegeln.

Der große Optimismus, der für die Wiedereröffnung der Konjunktur herrscht, drückt sich auch im phänomenalen Börsendebut von Airbnb aus. Das Unternehmen ging am 10. Dezember in New York an die Börse und wurde im Rahmen der Erstnotiz mit über 90 Mrd. $ bewertet. Damit ist Airbnb an der Börse mehr als doppelt so schwer wie Marriott, die größte Hotelkette der Welt. Angesichts der Tatsache, dass Airbnb keine Gewinne macht, sind einige Beobachter natürlich skeptisch. Für das Unternehmen spricht, dass sie, im Gegensatz zu Hotels, relative Isolation bieten. Man begegnet keinem Fremden in der Lobby oder im Speisesaal, das wird auch in der ersten Phase nach der Pandemie noch ein Vorteil sein. Gleichzeit steht das Unternehmen vor vielen Herausforderungen: vom Weg in die Profitabilität bis zu den Konflikten mit den Regulierungsbehörden in aller Welt. 
Fakt ist aber, dass der überaus erfolgreiche Börsengang von Airbnb ein deutliches Indiz ist für den Optimismus, den die Anleger dem Jahr 2021 entgegen bringen.


Hier finden Sie das vollständige Paper mit allen Stimmen aus der Branche:

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