Serviced Apartement Kongress Leipzig

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„Groß, größer, visionär“ – unter diesem Motto sammelten sich in diesem Jahr Beteiligte der Serviced Apartment Branche am 13. und 14. November in den „Felix Suiten“ im Lebendigen Haus in Leipzig.

„Groß, größer, visionär“ – unter diesem Motto sammelten sich in diesem Jahr Beteiligte der Serviced Apartment Branche am 13. und 14. November in den „Felix Suiten“ im Lebendigen Haus in Leipzig.

Über 60% Marktwachstum bis 2021 alleine in Deutschland schreibt sich diese Branche zu. Sie ist auf dem Weg, oder ist es bereits, ein relevantes Segment in vielen deutschen Städten zu werden. Hierbei gewinnen nicht nur große Serviced Apartmenthäuser wie das sylc Apartment Hotel in Hamburg oder etablierte Marken wie Adapt, sondern auch die „New Kids on the Block“ wie Stayery, Limehome oder Area 24/7 an Aufmerksamkeit. Denn welche Angebote mit welchem Stil von den Gästen nachgefragt werden, ist nicht mehr eine Frage des Alters, sondern des Mindsets.  Diese Aussage fand nicht nur Konsens unter den Teilnehmern der Veranstaltung, sondern wurde auch von Dr. Marc Schumacher, Managing Partner der LIGANOVA bestätigt. Marc Schumacher stellte in seiner Keynote „Unlearn what you have learned. Managing A Mindset Shift“, heraus, dass heutige Generationen sich nicht mehr mit grundsätzlich guter Qualität und Sauberkeit von Unterkünften zufrieden stellen; vielmehr geht es darum „Experiences“ zu sammeln. „Kaufen“ und „Besitzen“ sind verschwindende Lebensziele. Heute können Zielgruppen mit „Experience sells“, erreicht werden.

Apartmentservice berichtet von einem prognostizierten Marktwachstum um 30% in den nächsten zwei Jahren. Dazu trage sowohl der Beherbergungsmarkt, eine starke Wirtschaftsstruktur und ein angespannter Wohnungsmarkt bei. Bestehende Anbieter bauen Standorte aus, neue expandieren in die Hauptstadt. Stayery, Staycity und The Student Hotel sind nur einige wenige Beispiele aktueller Entwicklungen von gewerblichen Konzepten. Möbliertes Wohnen und somit wohnwirtschaftliche Apartmentprojekte sind unter anderem von B.loved und Studio Living Berlin B.1 in den folgenden Jahren auf dem Berliner Markt geplant.

Gewachsen wird mit dem mittlerweile von aktuellen Bürokonzepten bekannten Zusatz des „Co“. In diesem Zusammenhang trifft man auf diverse Interpretationen der Player zum Verständnis von „Co-Living“: The Collective will mit starkem Fokus auf öffentliche Bereiche überzeugen, Adagio wird mit The Circle auch einen Platz für die Gemeinschaft schaffen, aber sich nicht darauf fokussieren. Für andere wiederum ist das Thema Community eher Nebensache. Alle sind sich aber einig: „Co“ Flächen funktionieren nur, wenn diese durch die Apartmentvermietung mit zu finanzieren sind und auch von den Einwohnern des Hauses genutzt und bespielt werden.

Auch im Segment der Serviced Apartments gibt es keine Diskussion ohne ein Wort zum Thema Nachhaltigkeit zu verlieren. Grundsätzlich handeln Serviced Apartments im Vergleich zu Hotels umweltschonender, in dem sie keine tägliche Zimmerreinigung sowie Handtücher- und Bettwäschen-Wechsel durchführen. Ein weiteres zentrales Element an dem Anbieter, wie Adagio oder die SV Group mit Stay KooooK arbeiten, ist die „klimaneutrale Verpflegung“, die den Gästen angeboten wird. Großes Entwicklungspotenzial wird allerdings weiterhin in Planung und Realisierung gesehen. Hier gilt es hohen Energiestandards und einer CO2-freundlichen Bauweise verstärkt Anerkennung zu schenken – sowohl bei Investitionen/ Investoren als auch der Ermittlung von Pachtgrößen. „Nachhaltigkeit fängt beim Bauen an“, so Matthias Niemeyer, Head of Development Europe bei Adina Apartment Hotels. Von Relevanz sind in diesem Bereich allerdings auch die Mitarbeiter. Ihre Rolle hat mehr Möglichkeiten, als bisher von vielen Betreibern genutzt und wertgeschätzt. Passend zum Thema konnte im „Nest des Flamingos“ die RefresherBoxx als umweltschonende Waschmaschinen-Alternative die Juri überzeugen.

Neben aller Euphorie in der Branche, wird weiterhin mit vollen Kräften daran gearbeitet, eine eindeutige Regelung beziehungsweise Abgrenzung zwischen wohnwirtschaftlichen und gewerblichen Apartmentkonzepten zu schaffen, die auch politisch, steuerlich und baurechtlich Relevanz und Umsetzung findet. Der Übergang von der gewerblichen in die Wohn-Nutzung ist fließend – Regelungen sind nicht immer eindeutig. Die Charta des temporären Wohnens von Apartmentservice hat hierbei allerdings erste wichtige Definitionen getroffen.

Für MRP Hotels war es eine Freude, sich mit den großen und kleinen Betreibern und Mitgestaltern der Serviced Apartmentbranche auszutauschen und zu erfahren, mit welcher Motivation sie in den deutschen Wohnungs- und in gewisser Weise auch Hotelmarkt treten. Auch, wenn Longstay Konzepte sich teils bewusst von Hotelkonzepten und dem Bedienen von Shortstay-Gästen unterscheiden wollen, nehmen Kunden mit kurzer Aufenthaltsdauer dennoch gerne das Angebot der Serviced Apartments wahr. Gleichzeitig finden erste kombinierte – abgesehen von den Aparthotels – Eröffnungen statt (Pierdrei und ipartments in der Hamburger Hafencity).

Wir sind gespannt, wie sich beide Branchen in Zukunft unabhängig voneinander, aber mit Sicherheit auch in gewisser Form gemeinsam, weiterentwickeln werden!