MRP bringt Ihnen die neuesten Trends vom US Immobilienmarkt – ein Investment-Experte erklärt exklusiv, welche Chancen sich im Zuge der Corona Krise ergeben könnten

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Dass ein Engagement in „distressed assets”, also notleidende Anlageklassen nicht ohne Risken ist, versteht sich von selbst. Es geht dabei vor allem um das Kunststück, möglichst nah am Tief der Preisentwicklung zu kaufen – aber letztlich gilt das ja für jede andere Investmententscheidung auch.

Dass ein Engagement in „distressed assets”, also notleidende Anlageklassen nicht ohne Risken ist, versteht sich von selbst. Es geht dabei vor allem um das Kunststück, möglichst nah am Tief der Preisentwicklung zu kaufen – aber letztlich gilt das ja für jede andere Investmententscheidung auch. Dann stellt sich natürlich im Falle von notleidenden Immobilien auch die Frage, ob der Markt in akzeptabler Zeit Belebungstendenzen zeigen wird, sodass sich die Investition auch lohnt. Nicht jede Region kommt nach einer Krise zurück, das kann man sehr gut am Beispiel von Detroit ablesen. Nach der Finanzkrise und dem Niedergang der lokalen Autoindustrie hat sich der Immobilienmarkt in Detroit nie mehr ganz erholt, man konnte dort auch im Jahr 2019 noch Häuser bei Zwangsversteigerungen für 1.000 Dollar kaufen!

Schnäppchenjäger könnten im Immobiliensektor aber auch aus einem anderen Grund auf ihre Kosten kommen. Die teilweise massiven Kursverluste an den Börsen haben zuletzt zwar etwas an Dynamik verloren, könnten aber, so wie das Virus selbst, durchaus eine zweite Welle erleben. Mit den gesunkenen Aktienkursen sind auch die Aktien-Anteile in vielen Portfolios geschrumpft, was Vermögensmanager dazu zwingen könnte, sich von einem Teil ihrer Immobilien-Investments zu trennen, um die relative Gewichtsverteilung in den Portfolios wiederherzustellen. Das könnte zusätzlichen Druck auf den Immobilienmarkt ausüben, der in den letzten 10 Jahren eigentlich nur eine Richtung gekannt hat, nämlich nach oben. Noch 2019 gab Marriott beispielsweise bekannt, dass man in den nächsten drei Jahren 1.700 neue Standorte eröffnen wolle. Das einzige potentielle Problem schien ein Mangel an Bauarbeitern zu sein.

Corona hat gerade im Hotelsektor die Karten neu gemischt, ein Fondsmanager drückte es so aus: „Wenn man die Emotion aus der Sache herausnimmt, so ist das jetzt die Kaufgelegenheit, auf die viele von uns seit Jahren gewartet haben.“