Hindernisse beim Softbranding

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Beim IHIF in Berlin im März hat mich wieder einmal die Anzahl der Marken und Submarken auf dem Markt beeindruckt. Unübersehbar ist der seit einigen Jahren vorherrschende Trend zu Boutique und „Soft“- Marken. Es gibt praktisch für jedes Objekt und – fast – jede Lage die passende Marke. Von Hostels bis Luxus ist alles auf dem Markt vertreten.

In Europa – mit Ausnahme UK – sind mehr als 60 Prozent der Hotels ohne Marke. Hier gibt es großes Potenzial für die Marken, aber auch für die Eigentümer und Betreiber dieser Hotels. Die Einführung und Umsetzung der Standards, vor allem der großen internationalen Marken, stellt dabei oft ein großes Hindernis dar. Weniger problematisch sind Design, Zimmergröße und Ausstattung, da die Boutique und „Soft“-Marken hier sehr flexibel sind.

Ein oft unüberwindliches Hindernis stellen die sicherheitstechnischen Anforderungen dar. Dies vor allem wegen der hohen Kosten, die mit einer entsprechenden Ausstattung ein hergehen. Die häufigsten Themen sind fehlende Fluchtstiegen, gesicherte Fluchtwege und Brandabschnittsbildung. Gerade bei älteren Gebäuden ist dies oft anzutreffen. Der Hotelbetrieb ist meist durch alte Bewilligungen gedeckt. Die internationalen Marken stellen hier unumstößliche Bedingungen. Dabei muss aber auch angeführt werden, dass bei einer größeren Renovierung auch die lokalen Behörden aktiv werden und entsprechende Anpassungen an den Stand der Technik fordern, der sich nur unwesentlich von den Standards der Marken unterscheidet. Sollte daher bei einem Betrieb ein Markenwechsel oder der Eintritt in eine Marke angedacht werden, empfiehlt es sich daher als ersten Schritt, die Sicherheitstechnik des Hotels zu untersuchen, um nicht mit unerwarteten Kosten konfrontiert zu werden.

Artikel von Herbert Mascha (Hotelbau)